Vivarium Zoologischer Garten

Das Vivarium im Zoologischen Garten Basel schliesst mit seiner fensterlosen Fassade zur Binningerstrasse direkt an den neuen Verwaltungs- und Eingangspavillon an, welchen Burckhardt Architekten 1963 errichtet hatten. Es wurde nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht. Das Haus beherbergt Fische, Echsen, Schildkröten, Pinguine und bis zu zwei Meter lange Süsswasserkrokodile. Besichtigt werden können sie an einem 350 m langen Weg mit 45 Aquarien und 19 Terrarien, der eine Art Zyklus der Tierwelt in den Lebensräumen Tiefsee, Fluss oder Savanne und zwischen den Klimapolen Tropen und Arktik darstellt.

Der abgesenkte Eingang und die zwei Ausgänge des Vivariums liegen auf einer vertikalen, um ein Stockwerk versetzten Achse. Zwischen diesen Türen liegt ein mäandernder, asphaltierter Weg, der trotz seiner 350 m Länge in einem verhältnismässig kleinen Bau (49.3 m Länge, 30.3 m Breite und 13.3 m Höhe) untergebracht ist. Diese Konzentration erreichten die Architekten durch Überlagerung der Wegschlaufen im Innern und dem Konstruktionsprinzip einer Achterbahn. Bei 64 Schaufenstern von Aquarien und Terrarien – zwischen Kleinvitrine und monumentaler Scheibe – erforderte dies eine hochkomplexe Betonschalung. Hinzu kamen die aufwendige Haustechnik und die Räume für die Infrastruktur der für das Publikum unsichtbaren Tierpflege. Der einzigartige Bau des Vivariums stiess auf eine grosse und internationale Resonanz.

Von den 17’100 m3 Volumen des Vivariums ist nur ein Drittel über der Erde sichtbar. Dies ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit mit dem Gartenarchitekten Kurt Brägger, der einen Teil des 1874 eröffneten Basler Zoos in den 1960er Jahren neu konzipieren und gestalterisch umsetzen konnte.