Fabrikations- und
Lagergebäude Thomi + Franck

1884 wurde der Feinkost- und Lebensmittelproduzent Thomi & Franck gegründet, der seit 1989 Nestlé Suisse S.A. Fabrik Basel heisst. Das 21’000 m2 grosse Werkareal des Unternehmens liegt zwischen Mauerstrasse, Riehenring, Horburgstrasse und Eimeldingerweg am nordwestlichen Rand Basels. Burckhardt Architekten realisierten hier von 1956 bis 1972 zehn Bauten für Verwaltung, Lager, Feinkostproduktion, Versand und für die technische Infrastruktur. Es entstanden mehrere Grosskubaturen, darunter ein Hochhaus von 54.8 m Höhe für Lager und Produktion mit einem 30.2 m hohen Sprühturm zum Trocknen von Kaffeepulver sowie ein 75 m hoher Kamin. Es gab aber auch eine pavillonartige Porte mit integriertem Pförtnerhaus (1956), ein Kesselhaus (1962) und als letztes Projekt im Auftrag von Thomi & Franck 1986 ein Werkstattgebäude.

Das Grundstück mit den Gebäuden der damaligen Thomi & Franck liegt städtebaulich exponiert. Es ist nach Westen und Norden jeweils bis an die Kante bebaut und präsentiert sich nach Osten und Süden als freistehender Komplex mit repräsentativen Fassaden. Hinter der Porte entstand ein siebengeschossiger Verwaltungsbau mit einem Untergeschoss und rund 3300 m2 Nutzfläche. Seine Strassenfassade wirkt elegant, da im Parterre eine Arkade vorgeblendet wurde. Im Fassaden-Aufriss springen die Geschossdecken leicht vor, haben künstlerisch geschmiedete Ornamentgeländer vor Brüstungen aus italienischem Marmor und Fensterbänder in der ganzen Gebäudebreite von 36 m. Bei den geschlossenen Fassadenwänden wurde die Betonkonstruktion sehr sorgfältig mit roten Ziegeln ausgefacht. Auch der Haupteingang von Thomi & Franck an der Horburgstrasse wirkt ruhig und repräsentativ.

Am Riehenring entstand dagegen ein auffallender Komplex aus fünf Bauten, die ab 1962 in fünf Etappen während zehn Jahren errichtet wurden. Die Bauten mit ihren drei bis acht Geschossen werden von einer vorgeblendeten Rasterfassade zusammengehalten. Die helle Fassade weist durch den Eckbau zur Mauerstrasse einen Richtungssprung von 90 Grad auf und zeigt sich aufgeklappt als ein Bild von 38 auf 120 m. Die Struktur dieser hellen bis weissen Fassade besteht aus balkonartig vorkragenden Geschossdecken, in welche feingliedrige Scheiben und Stützen aus Gussbeton gestellt wurden. Es entstand ein Raster-Rhythmus aus liegenden und stehenden Rechtecken. In der Fassade in Metallrahmen eingesetzte Glaswände, die das Licht eigenwillig brechen, dienen als Licht- und Sonnenschutz für Lager und Produktion. Diese skulpturale Fassade wirkt auch in der Fernsicht noch plastisch. Drei der fünf Bauten bilden das Eckhaus zur Mauerstrasse. Es ist neungeschossig und trägt das bekannte Namenslogo der Firma an der Dachkante. Es besteht aus zwei Produktions- und Lagerbauten (von 1962 und 1964), auf die 1967 ein grossräumiges Personalrestaurant als gemeinsames Obergeschoss gebaut wurde. An diesen Bau schliesst sich im Erdgeschoss auch der Camion-Terminal mit neun Docks an.

Die Bauten von Burckhardt Architekten für Thomi & Franck am Riehenring sind in den letzten 50 Jahren zu einem Wahrzeichen der Stadt an der Grenze zu Deutschland geworden.